Einrichten geht auch anders – lassen Sie neue Ideen zu

Gerne hören wir beim Einrichten auf die Tipps und Regeln der Einrichtungsprofis, um diverse Anfängerfehler zu vermeiden und unsere Wohnung perfekt einzurichten.
Im Laufe der letzten Jahre oder Jahrzehnte haben sich aber einige „Regeln“, die sich in unseren Köpfen verankert haben, bezüglich der Wohnungseinrichtung entscheidend verändert.
Man wohnt heute anders. Die Wertigkeiten haben sich verschoben. Immer seltener wird zum Beispiel der Besuch ins Wohnzimmer geführt, man bleibt meistens am Esstisch in der Wohnküche sitzen. Verabschieden Sie sich von den sogenannten Vorgaben, wie eine perfekte Wohnung auszusehen hat und überdenken Sie Ihre Einrichtung. Erst, wenn Sie Einrichtungsregeln brechen, wird Ihre Wohnung noch perfekter, weil Sie individuell gestaltet ist. Manchmal muss man gegen die Regeln verstoßen, um eine ideale Lösung zu finden, denn nicht alle Grundrisse sind gleich.

Wagen Sie einen Blick über den Tellerrand hinaus! Wir sagen Ihnen, wie das geht.
Bilder dürfen auch mal rund sein, müssen nicht zwangsweise mittig über dem Sofa platziert werden und dürfen durchaus stehen, anstatt zu hängen.


Kleine Räume, kleine Möbel?

Das stimmt so nicht. Natürlich gibt es bei kleinen Räumen Einschränkungen, was das Einrichten angeht. Aber es spricht zum Beispiel nichts dagegen, in einen kleinen Raum ein großes Sofa zu stellen. Natürlich werden Sie nicht noch zwei Sessel, den großen Beistelltisch, die Vitrine und ein Regal mit unterbringen können. Aber das muss ja auch gar nicht sein! Ein großes Sofa verleiht einem kleinen Raum eine gemütliche Fülle und zeigt ihm gleichzeitig und eindeutig seinen Zuständigkeitsbereich auf. Lassen Sie die hellen Wände frei von Bildern und Regalen. Hier hat das Sofa das Sagen. Vielleicht ein kleiner Bildschirm an der Wand, eine Stehlampe, ein dezenter Beistelltisch, eine Pflanze und ein Kerzenständer auf der Fensterbank – that’s all.
Tja, wer hätte es gedacht? Sie wollten ein größeres Esszimmer in Ihrer Wohnung und hatten Angst, jetzt auf ein Wohnzimmer verzichten zu müssen, weil nur noch der kleine Raum dafür zur Verfügung stand. Jetzt haben Sie ein kleines Wohnzimmer aber mit großem Sofa. Das Bücherregal können Sie vielleicht im Flur unterbringen und die heiß geliebten Bilder finden im Esszimmer Unterschlupf.
Fazit: Wohnzimmer ist nicht gleich Wohnzimmer und große Möbel dürfen durchaus auch in kleinen Räumen stehen.
 

Kein Wohnzimmer ohne Sofa?

Ja, das ist auch so eine „Regel“. Im Normalfall steht im Wohnzimmer ein Sofa, das ist richtig. Aber vielleicht weichen Ihre Bedürfnisse ja von der Norm ab. Sie können es sich auch ohne weiteres im Wohnzimmer mit zwei Sesseln bequem machen. Dies verschafft Ihnen mehr Gestaltungsspielraum, Sie können sich genübersitzen und haben zusätzlich Platz für andere schöne Dinge.
Fazit: Durch das Weglassen des Sofas erreicht man mehr Flexibilität und Platz im Raum.

Im gleichen Stil bleiben?

Bloß nichts durcheinanderbringen – so die Devise, wenn es um Einrichtungsstile geht. Alles Ton in Ton, im gleichen Design und am besten vom selben Label. Das kann so sein, muss aber nicht. Zugegeben, es bringt eine gewissen Ruhe in den Raum, wenn alles aufeinander abgestimmt ist. Aber das Auge nimmt auch gerne mal eine Abwechslung wahr, dass heißt einen Bruch im Gesamtbild – einen Stilbruch. Sie müssen ja nicht gleich übertreiben. Wenn Sie mutig sind, dann kombinieren Sie zu Ihrer harmonischen Einrichtung ein ausgefallenes Prachtstück. Vielleicht ein Mix aus Barock und Pop Art oder Sie vereinen Ihren antiken Beistelltisch mit den modernen, puristischen Möbeln Ihres Wohnzimmers. Sind Sie nicht ganz so mutig, wollen dennoch etwas Ausgefallenes, dann bleiben Sie Ihrem Stil treu und entscheiden Sie sich für ein Möbelstück, welches in das Gesamtbild passt, aber mit der Farbe aus dem Rahmen fällt. Auf jeden Fall ist ein Mix an Stilen ein wirksames Mittel, eine Wohnungseinrichtung persönlicher erscheinen zu lassen.
Fazit: Ihre Möbel dürfen ruhig mal aus der Reihe tanzen.

Weniger ist mehr?

Ist das so? Manch einer hat eine Sammelleidenschaft oder ist fanatischer Buchliebhaber und möchte dies auch ausleben. Dürfen Sie auch. Bauen Sie Ihr Wohnzimmerregal bis unter die Decke und bestücken es mit Ihren Objekten der Begierde. Ob Bücher oder Kunstfiguren, ob im offenen Regal oder hinter der Glasscheibe, umgeben Sie sich mit den Dingen, mit denen Sie sich wohlfühlen – hiervon darf es dann auch ruhig etwas mehr sein. Sie müssen sich nicht an die Regel halten, sich auf das Wesentliche zu reduzieren. Ein gewisses Maß an Fülle in der Wohnung strahlt auch ein gewisses Maß an Gemütlichkeit aus. So erschaffen Sie eine zwanglose, selbstverständliche Atmosphäre
Fazit: Ansammlungen beliebter Gegenstände sorgen dafür, dass Sie und Ihre Gäste sich wohlfühlen.

Zu viel Holz wirkt rustikal und man darf verschiedene Holzarten nicht miteinander kombinieren?

Viele Kenner des Interiors raten davon ab, verschiedene Hölzer miteinander zu kombinieren und auf keinen Fall, wenn Sie nicht gerade Ihre Berghütte ausstatten, zu viel Holz in die Wohnung zu bringen.
Wir sagen: Stimmt beides nicht! Eine unaufgeregte, dunkle Holzwand im Wohnzimmer zum Beispiel wirkt edel und modern. Manchmal ergeben sich Situationen, in denen unterschiedliche Holzarten aufeinandertreffen und grandios aussehen. Parkettböden, Wandverkleidungen und Schrankfronten in verschiedenem Holzdesign geraten aneinander und können eine wohltuende Symbiose erzielen. Wenn die Holzarten in Farbe und Maserung nah beieinander liegen, können Sie ein einzigartiges, reizvolles Gesamtbild ergeben. Sie können aber auch Kontraste schaffen und hellere Holzmöbel auf dunkles Parkett treffen lassen, oder umgekehrt – hat auch seinen Reiz. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist hier aber dennoch angebracht.
Fazit: Verbauen Sie sich nicht die lebendigen Einrichtungsvarianten, die bei einem Mix aus verschiedenen Holzarten entstehen.