So startet die Welt in ein neues Jahr – auf, auf ins Neue Jahr!

Man kennt ihn ja, den letzten Tag des Jahres. Der ein oder andere denkt unmittelbar an Raclette, Fondue, „Dinner for One“ (das Original und nicht dieses horrible Netflix-Remake) und natürlich an ganz viel Feuerwerk, Qualm und Sekt zum Glockenschlag. Doch was gibt es in Nah und Fern noch so alles zu entdecken? Welche Traditionen zum Jahreswechsel finden sich in Europa und Übersee? Eine kurze Silvester-Sause-Spritztour rund um den Planeten. 
 

Italien – Lady in red.

Ganz Italien trägt rot! Zumindest unterm Festtagsgewand. Es ist eine unumstößliche Tradition, dass man zu Silvester rote Unterwäsche trägt. Kurz vorm Jahreswechsel stellt sich auch der Einzelhandel auf diesen Brauch ein und dekoriert den Laden um. Der Grund der Tradition ist relativ unspektakulär. Wer in der Neujahresnacht rot trägt, dem winken im nächsten Jahr Glück und Erfolg.
 

Österreich – auf die Sau gekommen.

Im Nachbarland geht die Sau von Hand zu Hand. Es ist sehr beliebt seinen Lieben ein Schweinchen aus Marzipan oder Schokolade zu schenken. Pünktlich zum Jahressprung erklingt der Donauwalzer im Fernsehen. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist DER Fernsehevent am Neujahrstag und wird mittlerweile in alle Herrenländer übertragen. 
 

Portugal – die Münze.

In Portugal trägt man zum Jahreswechsel eine Münze in der Hosentasche! So verbrieft man sich den Geldsegen des nächsten Jahres. Ebenso Pflicht im Land des Fados: Pfannen und Töpfe sind die Krachmacher des Abends! Am Neujahrstag wird erst gebadet und dann neue Kleidung getragen; so wird das neue Jahr ein reiches und glückliches.
 
In London – genauer an der Themse – findet das größte Feuerwerk Europas statt. Zu „Auld Lang Syne“ wird das volle Register gezogen. Ebenso Plicht sind kleine dreieckige Törtchen mit Hackfleischfüllung. Achtung, wichtig hierbei: Die Leckerei muss man geschenkt bekommen! 
 

England – an der Themse mit Törtchen.

Man spielt sich ins neue Jahr! Ob Karten oder andere Gesellschaftsspiele ist dieser Tradition herzlich egal! Das Wichtigste ist, man spielt. Wer in dieser Nacht siegt, der hat das ganze Jahr über Glück in allen Belangen. Wer verliert, der hat im nächsten Jahr zumindest Glück in der Liebe. 
 

Griechenland – Glück im Spiel.

Feiern können die Schotten, das weiß man inzwischen in ganz Europa. Somit ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass auch Silvester besonders „begossen“ wird. Hogmanay ist die schottische Version des Jahreswechsels und dieses Fest feiert man ganze drei Tage. Und natürlich ohne Sekt. Dafür mit Whisky. Eine weitere schottische Tradition ist das „First Footing“. Hierbei überreicht ein schwarzschopfiger Mann Whisky, Kohle und Rosinenbrot auf der Türschwelle. Dieser Brauch soll Glück fürs ganze Jahr bringen. 
 

Schottland – Hogmanay!

Spanien – Trauben-Time

Spanien feiert die ganze Nacht! Es wird getanzt, gesungen und man lauscht Live-Bands und DJs. Kurz vor knapp versammelt man sich auf den öffentlichen Plätzen und zelebriert ein einzigartiges Neujahrsritual. Zu den zwölf mitternächtlichen Glockenschlägen werden zwölf Weintrauben verputzt und dabei zwölf Wünsche für das neue Jahr „geäußert“.
Ausschlaggebend ist hierbei nebenbei die Turmuhr auf dem Platz Puerta des Sol in Madrid. Der Brauch beginnt schon 36 Sekunden vor Mitternacht! Die Glockenschläge hallen jeweils drei Sekunden nach.



 

Brasilien – alles weiß!

Weiß ist die Farbe der Unschuld – auch in Brasilien. Zum Jahreswechsel trägt man weiße Kleidung und man trifft sich am Strand, um dort mit Hingabe über Wellen zu springen. Jede übersprungene Welle ist ein neuer Wunsch fürs neue Jahr. Das traditionelle Gericht an Silvester sind Bohnen! Diese bringen Reichtum und Wohlstand im neuen Jahr.
 

USA – Linsen und Time Square

Der Time Square in New York ist eine Legende. Der 60-sekündige Countdown wird in die weite Welt übertragen und der Big-Apple ist in dieser Nacht Mittelpunkt der Silvester Feierlichkeiten.
Auf der Speisekarte stehen in vielen Gegenden der USA Linsensuppe. Die kleinen Hülsenfrüchte stehen für die Münzen, die im nächsten Jahr (hoffentlich) ins Haus trudeln.
Für Couchpotatoes ist in den Staaten der Neujahrstag der schönste Tag des Jahres. „Nothing goes out“ heißt der Brauch, der sagt: „Wer am Neujahrstag nicht vor die Tür geht, der hat im ganzen Jahr Glück.“

 
In Mexico stellt man Koffer vor die Tür! Diese sollen einem viele Reisen und Wohlstand im neuen Jahr bringen. In manchen Gegenden werden bei Dunkelheit Puppen verbrannt. Diese stehen für das alte Jahr.

 

Mexico – auf Reisen gehen

Südafrika – Karneval

China – Tür auf!

Damit das Glück auch ja hereinkommt, lässt man in China eine Stunde vor Mitternacht Türen und Fenster offen. In vielen Städten wird das neue Jahr mit atemberaubenden Umzügen willkommen geheissen. Oft steht das jeweilige Motiv des Jahres im Mittelpunkt.
Interessant wird es in den Küstengegenden Chinas. Hier werfen unverheiratete Frauen Mandarinen ins Meer! Auf diese fruchtige Art soll der perfekte Mann ans Land gelockt werden. 
 

Und hier?

Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Silvesterabend! Ob mit roter Unterwäsche, Sekt oder Böller. Auf einen guten Start und ein friedliches